Der 11. September – die Wunde bleibt

Ich kann mich noch gut daran erinnern: Ich saß seelenruhig auf meinem Sessel und hatte den Tag genossen. Da bekam ich am Abend die Nachricht: „Etwas Schreckliches ist passiert. Flugzeuge sind in das World Trade Center in New York hineingeflogen.“ Unfassbar! Da ich keinen Fernseher hatte und auch noch nicht habe, konnte ich diese Nachricht erst wirklich glauben, als ich in einem großen Elektronikladen die Fernsehbilder sah.

Der 11. September ist in die Geschichte eingegangen. Viele verloren Angehörige, haben heute noch mit ihren Traumata zu kĂ€mpfen oder sie verloren ihr eigenes Leben. Plötzlich wurde alles anders. Von einer Minute auf die andere. Vieles was bis dahin wichtig zu sein schien, wurde absolut unwichtig. Oder der Tod kam unangemeldet und ĂŒberraschend.

Solche Katastrophen sollen mir helfen, nicht wie betĂ€ubt durch meinen Alltag zu laufen. Ich soll heute an morgen denken. Jesus nimmt einmal Bezug auf eine Ă€hnliche Katastrophe, auch wenn sie nicht das Ausmaß des 11. Septembers hatte. Auf einige Leute in Siloah war ein Turm gefallen. Sie sind dabei umgekommen.

Jesus bleibt nicht bei der Frage stehen: Warum ist das passiert? Nein, er mahnt uns, zu Gott umzukehren, damit solche Ereignisse uns nicht ĂŒberraschen und erschrecken mĂŒssen. Das EinstĂŒrzen der TĂŒrme war schrecklich, ohne Frage. Aber es gibt etwas, was noch dramatischer ist. Das ist die ewige Trennung von Gott. Doch die kann ĂŒberwunden werden, wenn wir Gottes Geschenk der Vergebung annehmen. Das ist die gute Nachricht, auf die wir als Menschen vertrauen können. Aber wir können Gottes faszinierendes Angebot leider auch ablehnen und ewig verloren gehen.

Wer das neue Testament liest wird schnell begreifen: Gott nimmt uns in unserem Leid ernst. Er bagatellisiert nicht. Gott versteht uns. Aber beim Lesen des Neuen Testaments wird auch schnell klar: Dieses Leben ist nicht das Wichtigste. Das Wichtigste ist es, einmal die Ewigkeit mit Gott zu verbringen. Wenn diese Ewigkeit bei Gott schon frĂŒher beginnt, weil ich aus dem Leben gerissen werde ist das tragisch, aber nicht hoffnungslos. Dann beginnt eine Ewigkeit bei Gott – darauf kann ich mich freuen.

Aber wenn ich alt sterbe und Gott nicht kennengelernt habe, war mein Leben in Gottes Augen umsonst. Vielleicht kann es helfen, Katastrophen auch als Chancen zu begreifen, ĂŒber das eigene Lebensziel nachzudenken und es zu korrigieren, wenn ich ohne Gott unterwegs bin.